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Todesfall: Wenn ein Leben zu Ende ist

Nach einem Todesfall sind viele Aufgaben zu erledigen
Nach dem Tod eines geliebten Menschen werden Angehörige nicht nur mit dem Schmerz des Verlusts konfrontiert. Sie müssen auch viele Aufgaben bewältigen und Entscheidungen treffen. Ämter fordern Bescheinigungen, und die Beisetzung muss in die Wege geleitet werden. Eine Übersicht über die wichtigsten Dinge, die zu tun sind, wenn ein Angehöriger gestorben ist:
  • Wenn der Todesfall zu Hause eintritt, muss ein Arzt verständigt werden, der den Totenschein ausstellt.   Auf der Bescheinigung werden die Uhrzeit und die Ursache des Todes festgehalten.
  • Der nächste Schritt ist in der Regel die Benachrichtigung eines Bestattungsinstituts, um Zeitpunkt und  Rahmen der Beisetzung zu besprechen. Wenn Sie möchten, wird Ihnen der Bestatter in all den Dingen, die in den nächsten Tagen zu erledigen sind, behilflich sein und Ihnen auch viele Behördengänge abnehmen.
  • Der Todesfall muss beim zuständigen Standesamt gemeldet werden, das darauf die Sterbeurkunde ausstellt.
Hierfür  werden  neben  dem Totenschein, dem Personalausweis und der Geburtsurkunde die Heiratsurkunde (wenn der Verstorbene verheiratet war), das Scheidungsurteil (wenn der Verstorbene geschieden war), die Heiratsurkunde und Sterbeurkunde des Ehepartners (wenn der Verstorbene verwitwet war) benötigt.
Die Sterbeurkunde sollte in mehreren Exemplaren ausgefertigt werden, da das Papier später noch zur Vorlage bei anderen Institutionen (zum Beispiel bei Versicherungen, Bank, Arbeitgeber etc.) benötigt wird.


Wahl der Bestattungsform

  • Wenn der Verstorbene keine eigenen Wünsche geäußert hat, obliegt es Ihnen, die Bestattungsform festzulegen. Am verbreitetsten ist die Erdbestattung, gefolgt von der Feuerbestattung (Urnenbeisetzung). Weitere Möglichkeiten sind die Seebestattung, die Beisetzung in einem Naturfriedhof  (Friedwald) oder die anonyme Bestattung in einem Urnenfeld.
  • Über den Ort der Beisetzung muss entschieden werden. In der Regel wird dies der Wohnort des Verstorbenen  sein.  Auch  die  Beisetzung andernorts ist nach Einholung einer Genehmigung möglich.
  • Der Zeitpunkt der Beisetzung ist festzulegen. Hierfür gibt es bestimmte Fristen: Nach  dem Bestattungsrecht in Bayern darf eine Beerdigung frühestens 48 Stunden nach dem Todesfall erfolgen, sie muss dagegen innerhalb von 96 Stunden (vier Werk- tage) erfolgt sein. Ausnahmen sind möglich, bedürfen je- doch einer Genehmigung.
  • Viele Tätigkeiten nach einem  Todesfall  können Sie selbst übernehmen. Die Überführung des Toten zum Friedhof oder ins Krematorium muss jedoch durch ein Bestattungsinstitut erfolgen.
  • Der Bestatter wird mit Ihnen weitere Einzelheiten  – wie die Auswahl des Sarges oder des Blumenschmucks – und den Rahmen der Beisetzung besprechen: Sie können entscheiden, ob Sie eine kirchliche Bestattung oder eine Trauerfeier ohne religiösen Beistand  wünschen.
  • Die Bekanntgabe des Todesfalls kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen. Als Erstes sollten Sie Angehörige und Freunde benachrichtigen. Während Trauerbriefe nur an einen engeren Kreis verschickt werden, erreicht die Todesanzeige in der Zeitung sehr viele Menschen. Auf diesem Wege können Sie auch Ort und Zeitpunkt der Beerdigung mitteilen.


Die Kosten der Bestattung entscheiden oftmals über die Art

Manche Entscheidungen, die Sie nun treffen werden, hängen natürlich auch von den Kosten ab. In den Gesprächen mit Bestattungsunternehmen oder Steinmetzbetrieben sollten Sie sich immer daran erinnern, dass der Preis des Sarges oder Grabsteines kein Gradmesser ist für Ihre Liebe zu der gestorbenen Person. Neben den Ausgaben für Blumenschmuck, Sarg, Todesanzeige und andere Dinge – wie eine eventuelle Bewirtung der Trauergäste – erwarten Sie folgende Kosten:
  • Die Kosten des Bestattungsinstituts: Dazu zählen unter anderem die Einsargung des Toten, die Überführung  zum  Friedhof  und  die Kosten für die Erledigung amtlicher Formalitäten.
  • Die Bestattungsgebühren werden für anlässlich der Bestattung erbrachte Leistungen wie Grabbereitung und Sargträger  berechnet.
  • Die Grabnutzungsgebühren sind in den Bestattungs- gebühren nicht enthalten. Gräber können in der  Regel nicht gekauft werden: Es wird nur ein Nutzungsrecht für eine bestimmte Zeit erworben.
  • Ein Grabstein kann bei einem Steinmetz- oder Bildhauerbetrieb in Auftrag gegeben werden. Die Kosten hierfür  hängen von Größe, Material und Gestaltung ab. Zudem wird von der Friedhofsverwaltung meist eine Gebühr für die Aufstellung des Steins berechnet. Zu beachten ist auch, dass Friedhofssatzungen zuweilen genaue Vorschriften in Bezug auf die Ausdehnung der Grabstelle sowie auf die Größe, Art und Gestaltung des Steins machen. Genaueres ist bei der jeweiligen Friedhofsverwaltung zu erfahren.
  • Auch in den Tagen nach der Beisetzung sind noch viele finanzielle und rechtliche Dinge zu regeln. Institutionen wie die Krankenkasse und die Rentenversicherung müssen über den Todesfall informiert werden. Die Bank des Verstorbenen ist zu benachrichtigen, damit etwa Abbuchungsaufträge gekündigt, Daueraufträge gelöscht und Konten umgeschrieben werden können. Der Nachlass des Verstorbenen ist zu regeln. Wenn kein Testament oder Erbvertrag vorliegt, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Zu den Aufgaben, die auf Sie zukommen können, zählen die Erstellung eines Nachlassverzeichnisses, die Beantragung eines Erbscheins und anderes mehr. Wenn die Sachlage für Sie unübersichtlich ist oder Sie in Ihrer Trauer nicht die Kraft haben, diese Dinge selbst zu regeln, können Sie die Hilfe von Rechtsanwälten, die auf Erbrecht spezialisiert sind, in Anspruch nehmen.